Nachösterlich

Thomas, der Jünger (Joh 20, 24-31)

Die gefärbten Eierschalen sind weggeräumt
Die Schokoladehasen gegessen
Das Gelächter verklungen
Ostern ist vorbei…

Das gleissende Licht des Morgens der Auferstehung
Ist im Verlauf der Zeit
Zu profanem Tageslicht geworden
In dem Wunder keine Rolle mehr spielen
Sondern nur noch Greifbares

Der Osterruf:
‘Christus ist auferstanden!’
‘Er ist wahrhaftig auferstanden’
Hallt nach wie eine hohle Durchhalteparole

So greift auch der Glaube orientierungslos
Nach dem Erstbesten
Verkrampft sich
Weil verzweifelt festgehalten werden muss
Was nicht ‘nicht sein’ darf

Wie kann ich dir begegnen, Gott?
Wie kann ich dich erkennen?
Wie sollen verkrampfte Finger
Die Wunden an Christi Händen ertasten?
Wie sollen sich Hände, die nicht loslassen
Je auf die Wunde an Christi Seite legen?

Muss ich meinen Glauben loslassen
Ihn verlieren oder wegwerfen
Wie der Jünger damals
Um einmal so bekennen zu können
Wie er es getan hat
?


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