Jetzt, wo das Gewebe des vergehenden Jahres ausfranst Betrachte ich all die losen Enden der Fäden Aus denen es gewoben war Ihre Farbe, ihre Beschaffenheit
Ich nehme die Fäden zwischen meine Finger Die sanften und weichen, Die angenehmen und biegsamen Die rauen und starren Die unbeweglichen und kratzenden Und erinnere mich an die Geschichten, die sie erzählen
Geschichten voller Freude und Begeisterung Geschichten voller Trauer und Abschied Geschichten von Schuld und Versagen Geschichten von Enttäuschung und Schmerz Geschichten von Trost und Heilung Geschichten voller Vertrauen und Hoffnung Geschichten voller Leben, voller Liebe
Bevor die Fäden bald wieder aufgenommen werden Um nahtlos das Gewebe des nächsten Jahres anzuschliessen Blicke ich zurück auf Muster, Farben und Formen Die im vergehenden Jahr geknüpft und gewoben worden sind
Ich finde Bestätigung und Bedauern Hässlichkeit und Schönheit Sorglosigkeit und Verzweiflung Angst und Mut Kraft und Schwäche Gleichgültigkeit und Sorgfalt
Und immer und immer wieder Diese feinen Fäden voller Liebe Die mich ahnen lassen Dass der Eine all meine Fäden In seinen Händen hält
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